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Prostitution - Ein Beruf wie jeder andere?

Alma Redzic, FemWiss

«Sie sind ungeduldiger, aggressiver und ruppiger .... Bei uns häufen sich neuerdings die Anfragen nach Sklavinnen, manchmal habe ich den Eindruck, alle Freier sind heimliche Sadisten. Kinofilme tun da offenkundig ihre Wirkung und, in sehr viel stärkerem Masse, der Konsum von Brutalo-Pornos.»1 So äusserte sich Brigitte Obrist, 29-jährig, im Jahr 1992 in einem Interview mit dem Spiegel. Damals arbeitete sie seit neun Jahren als Prostituierte in der Nähe von Zürich in einem Salon, den sie auch besass, und engagierte sich in der europäischen Hurenbewegung. Sie sprach von Freiern, die ausrasteten, von aggressiven Übergriffen, der Brutalität der Freier, den gefährdeten Frauen aus der Dritten Welt, den Beschaffungsprostituierten auf dem Strassenstrich, über Vergewaltigungen, Prügeleien und auch Morden. In äusserst sprachgewaltiger und in analytisch scharfsinniger Manier erläuterte sie die Wirkungen von Brutalo-Pornos auf das Milieu. Sie berichtete, der Beruf sei eindeutig härter und gefährlicher geworden. Obrist war in ihrem Interview vor 21 Jahren überzeugt: «Wer Pornos regelmässig konsumiert, sucht nach immer neuen Reizsteigerungen, die Spielarten werden zwangsläufig immer extremer. Irgendwann greift man aus Neugier zu Tier-, Kinder- oder Sadomaso-Pornos. Ich bin strikt gegen diese brutalisierte Sexualität im Film. Auspeitschen, gut, das kann lustvoll sein, das akzeptiere ich noch. Aber Filmszenen, in denen Frauen erst halbtot geschlagen und dann brutal durchgevögelt werden, haben für mich mit Sexualität überhaupt nichts zu tun.»2 Heute spricht sie sich gegen die Kriminalisierung der Prostitution, aber ebenso gegen eine Freierbestrafung nach Schwedischem Modell aus. Sie zeichnet3 - wie Michèle Binswanger4 - das Bild der glücklichen Hure, derjenigen Frau, die selbstbestimmt eine Dienstleistung anbietet. Gleichzeitig verhöhnen sie Alice Schwarzer als moralisch rigoros5 und dass sie einfach nur Macht wolle, um in die feministischen Annalen6 einzugehen. Die Bigotterie und der Männerhass werden im gleichen Atemzug genannt und sollen suggerieren, dass es bei der Regulierung der Prostitution, egal auf welche Art und mit welchem Ziel, bloss um einen Angriff auf das Selbstbestimmungsrecht der Frau gehe. Über den Inhalt und die Auswirkungen wird höchstens polemisch gesprochen. Soweit - so gut, Alice Schwarzer ist bekannt dafür, dass sie seit Jahrzehnten gegen das Selbstbestimmungsrecht der Frauen kämpft, nicht?

Die Debatte über Prostitution verläuft häufig erschreckend ähnlich. Nach einem Rundumschlag gegen Alice Schwarzer wird zuerst bemängelt, dass ein Prostitutionsverbot keine Unterscheidung mache zwischen Zwangs- und freiwilliger Prostitution. Ebenso müssten Zwangsprostitution und Menschenhandel scharf voneinander getrennt werden. Gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel ist jede und jeder, aber ein Vertrag zwischen zwei selbstbestimmten Individuen sei keine Angelegenheit des Staates. Abgesehen davon habe es Prostitution schon immer gegeben, nicht umsonst werde sie auch als «ältestes Gewerbe der Welt» bezeichnet. Ebenso wird dreist verbreitet, dass in Ländern mit legalisierter Prostitution auch weniger Menschenhandel bestünde, wie Lea Bösiger, Beraterin bei der Anlauf- und Beratungsstelle für Sexarbeiterinnen «Isla Victoria» der Zürcher Stadtmission, im SRF Club7 zum Besten gibt. Im Gegenteil, das Verbot schade den von Zwangsprostitution betroffenen Frauen, und das würde ja wirklich niemand wollen. Auch entfiele durch die Kriminalisierung für die Frauen aus der untersten sozialen Schicht und aus Armutsgegenden eine Möglichkeit, Einkommen zu generieren. Insbesondere könne das Bedürfnis der Männer nach Sexarbeit nicht mit einem Verbot eingedämmt werden. Das wäre ein Angriff auf das Recht nach Ausübung der Sexualität. Nach Felicitas Schirow, Bordellbetreiberin und bekanntes Gesicht in Talkshows, sei es ein «Grundbedürfnis des Mannes» nach gewerblichem Sex, es sei ein «Menschenrecht».8 Ein Freier meint gar: «Es ist ein notwendiges Übel. Prostitution ist eine Art Sicherheitsventil, Vergewaltigungen, Morde, sexuelle Übergriffe und vielleicht sogar Scheidungen können verhindert werden.»9

Ist es ein Beruf, wie jeder andere? Ist es eine Dienstleistung, wie Prostitutionsbefürworter_innen nicht müde werden, zu postulieren? Ist Prostitution im Arbeits- oder Vertragsrecht zu regeln? Sollten Gesamtarbeitsverträge, Zeiterfassung, Mindestlöhne, Nachtzuschläge, Schutzbestimmungen, regelmässige Kontrollen eingeführt werden? Sollte das Regionale Arbeitsvermittlungsamt Arbeitslose zu einer Arbeitsaufnahme in der Prostitution und prostitutionsnahen Geschäftszweigen wie Pornografie, Striptease, etc. verdonnern können? Entsprechend könnten wir gleich die Sozialämter entlasten ... Oder ist es ein einfacher Vertrag nach Art. 1 OR? In Anbetracht des viel zitierten Selbstbestimmungsrechts und der vertragsähnlichen Situation zweier Parteien ist es passender, Prostitution im Vertragsrecht anzusiedeln. Das Bezirksgericht Horgen hat erst kürzlich in einem bahnbrechenden Entscheid, wie die NZZ titelte, zu Recht entschieden, dass eine Prostituierte ihr Entgelt vom Freier einfordern könne, weil die Dienstleistung nicht nach Art. 20 Abs. 1 OR sittenwidrig sei.10 Analysieren wir diesen Dienstleistungsvertrag genauer, aber machen wir noch den viel zitierten Unterschied zwischen Zwangs- und freiwilliger Prostitution. Sprechen wir nicht vom Löwenanteil11 Zwangs- und Armutsprostitution. Das zerstört bloss das Bild der glücklichen Hure. Erst recht dürfen wir den Menschenhandel nicht mit Zwangsprostitution in Verbindung setzen. Schaut man sich die Zahlen sowohl in Bezug auf die Schweiz12 als auch global13 an, so fällt auf, dass der grosse Teil des strafrechtlich aufgedeckten Menschenhandels, nämlich 4/5, zu Zwecken der Zwangsprostitution betrieben wurde. Da wirkt der Ruf nach strikter Unterscheidung zwischen Zwangs- und freiwilliger Prostitution, ebenso zwischen Zwangsprostitution und Menschenhandel als ein Ablenkungsmanöver. Dieses dient dazu, das Leid und die Unmenschlichkeit, die der Prostitution inhärent sind, gesellschaftspolitisch zu verharmlosen. Also untersuchen wir, wie von den Prostitutionsbefürworter_innen gewünscht, nur den Inhalt dieses Dienstleistungsvertrags in Bezug auf die freiwillige Prostitution. Obrist beschreibt den Inhalt des Dienstleistungsvertrags folgendermassen: «Männer treibt die Sehnsucht in die Arme von Sexarbeiterinnen aus Fleisch und Blut. Die Wärme eines Körpers, die Nähe, die genauso gekauft wird, wie die vermeintliche Intimität und der Kick, jemanden zu etwas zwingen zu können, das er nicht will. Freien hat viele Facetten.»14

Gehen wir also in das Dienstleistungszimmer einer Sexdienstleisterin, wenn sie einen «Kun- den» bedient. Es findet der Austausch einer Illusion inkl. sexueller Handlungen gegen eine Geldleistung statt. Die Illusion des Mannes macht aus, wie Obrist im SRF Club berichtete, «so begehrt zu werden, wie er es sich vorstellt in seinem kontrollierten Rahmen, ohne auf die Wünsche eines Gegenübers eingehen zu müssen.»15 Diese Illusion hält die Prostituierte mit dem zur Verfügung stellen ihres Körpers und ihrem schauspielerischen Können aufrecht, genauer mittels dem zur Verfügung stellen verschiedener Körperöffnungen zwecks Penetra- tion und dem Vorspielen eigener Lust auf die vom Freier ausgeübten sexuellen Handlungen. Obrist spricht vom «Kick, jemanden zu etwas zwingen zu können, das er nicht will.» Wohl eher etwas, das seltener ein er, öfter eine sie nicht will. Somit soll Ausdruck des Selbstbestimmungsrechts auch sein, von jemandem zu etwas gezwungen werden zu können, das frau nicht will. In allen anderen Lebensrealitäten ist der Zwang zu einer sexuellen Handlung strafbar, aber hier wird, wenn ein Geldfluss stattfindet, derselbe Zwang umgedeutet und heisst Freiwilligkeit. Letztlich sollen wir grosszügig darüber hinwegschauen, dass auch bei freiwilliger Prostitution die Dominanz männlich orientierter Sexualität ganz in der Tradition des Patriarchats weiter aufrechterhalten und verinnerlicht wird. Wie passt das zur Gleichstellung der Geschlechter?

Obrist erzählte, dass sie sich selbst beim Geschlechtsakt dissoziiere.16 Die Dissoziation des eigenen Selbst ist in der Prostitution gang und gäbe.17 Die Trennung von Körper und Geist ist eines der grundlegenden Probleme sowohl in der Prostitution als auch in der Prostitutionsdebatte. Der Körper wird zur Dienstleistungsware, der scheinbar problemlos angeboten werden kann. Ebenso ungern wird über die physischen und psychischen Folgen gesprochen. Internationale Studien belegen, dass «zwei von drei (Ex-)Prostituierten posttraumatische Störungen aufweisen, wie sie bei Kriegsveteranen und Folteropfern vorkommen.»18 Wir negieren in der Debatte weitläufig auch Tatsachen, wie verbreitete Drogen- und/oder Alkoholsucht von Prostituierten. Am meisten wird von den Prostitutionsbefürworter_innen geschätzt, wenn die Gewalt- und Missbrauchserfahrungen in der Kindheit und Jugend der Prostituierten als irrelevant ausgeklammert werden19, obschon etwa 8 von 1020 Prostituierten solche erlebt haben. Reden wir über alle diese Themen, kommt sogleich der Vorwurf, Prostitutionsgegner_innen machten aus allen Prostituierten Opfer und entmündigten diese damit. Obrist meinte: «Und das mit der Macht, das hat etwas mit gesundem Selbstbewusstsein zu tun. Etwas, das frau in der Sexarbeit lernt. ... Egal wie sie uns Freiwilligen, Ehemaligen- und noch Arbeitenden dieses Privileg der persönlichen Machterfahrung auch vergönnen, sie werden es auf diesem Weg nie bekommen.»21 Aus ganzem Herzen freue ich mich für Brigitte Obrist, dass sie in der Prostitution eine Selbstermächtigung erlebt hat. Ich nehme mir aber das Recht heraus, alle die obengenannten Faktoren zu betrachten und sage, rosig ist die Situation beim besten Willen nicht. Von Freiwilligkeit zu sprechen und die gesamte Debatte darauf abzustellen, ist ein Hohn gegenüber den weltweit Millionen verschleppten Frauen22 und solchen, die ursprünglich wie eine Tanja Rahm aus selbstverletzendem Verhalten heraus diese Arbeit aufgenommen haben.23 Das Ausklammern aller schwerwiegenden Tatsachen aus der Debatte führt letztlich zu einer kollektiven Dissoziation.

Wirkungsvoll wurde nach raffiniertester PR-Manier der Diskussionsgegenstand mit neuen Schlagwörtern besetzt. Ziel der sprachlichen Wortschöpfung ist die Umdeutung des Inhalts, ist die Entfernung von der Realität. In der Abstraktion hat die Empathie keinen Platz.24 In der Abstraktion herrscht der Leistungsgedanke. Es geht leicht vergessen, dass in der Prostitution patriarchale Machtverhältnisse aufrechterhalten werden, wenn von einer Dienstleistung gesprochen wird, und das ist das Ziel. Eine Prostituierte sei eine selbständige Geschäftsfrau oder Sexarbeiterin oder Sexdienstleisterin, der Freier sei ein Kunde. Bordellbetreiber_innen und Zuhälter_innen, die grossen Profiteur_innen des Systems, seien Geschäftsleute. Die sexuelle Dienstleistung wird häufig verglichen mit irgendeiner anderen Arbeit, die ebenso keinen Spass mache und wobei prekäre Bedingungen herrschten. Da sei es doch naheliegender, so schnelleres Geld zu verdienen. Doch auch hier täuscht sich die breite Öffentlichkeit. Kasse machen vor allem Bordellbesitzer_ innen, Vermieter_innen, Zuhälter_innen und Menschenhändler_ innen, nicht die Prostituierten. An der Langstrasse in Zürich kostet ein Zimmer für Prostituierte pro Woche ca. CHF 400.00. Am ehemaligen Sihlquai soll der Preis für Geschlechtsverkehr bereits bei CHF 10.00 liegen.25 Nein, da ist keine Null zu wenig! Somit müssen an jedem Wochentag 5 Freier bedient werden, um nur für die Miete aufzukommen. Über Abgaben an den/die Zuhälter_in, für die Familie im Heimatland, für die medizinische Versorgung und weitere persönliche Ausgaben haben wir noch nicht einmal geredet.26 In Deutschland verdient eine Prostituierte, die nicht von Ausbeutung als Opfer von Zwangsprostitution betroffen ist, im Durchschnitt 5 Euro pro Freier.27 Hier von einem lukrativen Geschäft für die Prostituierten zu reden, ist blanker Hohn. Obrist berichtete schon im Jahr 1992 von einem massiven Preiszerfall.28 Wir müssen uns mit dem System der Prostitution als gesamtgesellschaftlichem Phänomen, das interdisziplinär zu betrachten ist, auseinandersetzen. Es geht um Recht, um Gleichstellung, Rollenbilder, Stereotypen, Sexualität, Nord-Süd resp. West-Ost Gefälle, Psychologie, Ethik, Ausbeutung, sexuelle Gewalt, u.v.m. Aber lieber betreiben wir öffentlich eine Debatte darüber, dass Alice Schwarzers Doppelmoral in der Prostitution keinen Einzug erhalten darf, denn hier ginge es ums Geschäft und um sexuelle Freiheit .... Ich frage wessen Freiheit?

Sprechen wir von der Gewalt als sogenanntes Berufsrisiko. Akif Pirinçci, Schriftsteller und bekennender Freier, schreibt auf den sehr lesenswerten offenen Brief29 von Tanja Rahm, ehemalige Prostituierte aus Dänemark, ebenso offen zurück. «Allerdings unterscheidet sich die Nutterei erheblich von anderen Tätigkeiten. Da bewegen sich die Teilnehmer in den Basics des menschlichen Seins, quasi in einem animalischen Bereich, der derart mit unausgesprochenen Leidenschaften, Phantasien und Fetischen aufgeladen ist, dass es schnell mal zu Grobheiten, Unflätigkeiten, ja im extremen Fall gewaltsamen Missveständnissen kommen kann. Das ist ein Berufsrisiko, meine Liebe. ... Zum einen wird keine Macht der Welt etwas daran ändern, dass im Blut des Mannes das Zehnfache an Testosteron zirkuliert wie in dem einer Frau. Das Blöde ist: Das Zeug ist nicht für Moral zuständig.»30 Wenn wir uns in Freierforen31 informieren, wird klar, dass der nette Freier, der einsame Mann, der sonst nicht auf seine Kosten kommt, mehrheitlich eine Imagination der Prostitutionsbefürworter_innen ist. Es wird geprahlt, wie die Grenzen der Frauen bewusst überschritten werden und arg bemängelt, dass die Frauen nicht die gewünschte Geilheit an den Tag legen oder die Penetration zu mindern versuchen, indem sie Praktiken bevorzugen, die den Mann schneller kommen lassen, weil sie an ihrer Vagina wund sind. Obrist geht davon aus: «Freier würden bei einem Verbot die Signale dahingehend deuten, dass sie keinerlei Respekt mehr vor Sexarbeiterinnen haben müssen. Wenn man sich schon eventuell selber strafbar macht, dann kann man ja auch gleich noch mal so richtig die Sau raus lassen. Glaubt ihr nicht?»32 Und das jetzt soll Respekt sein?

Mich erstaunt in erster Linie, dass Obrist in ihrem Interview im Spiegel eine überzeugende Analyse der Konditionierung der Sexualität mittels Pornografie und Prostitution darlegt, aber konsequent ablehnt, die negativen gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen in Betracht zu ziehen. Dass über die Legalisierung der Prostitution einzig die patriarchalen Machtstrukturen verinnerlicht werden, verneint nicht nur sie. Solange Männer, das Gesetz hinter ihrem Rücken wissend, den Körper einer Frau zur Triebbefriedigung benützen können und somit lernen, Frauen zu entmenschlichen33 und als Ware zu betrachten, solange werden die traditionellen Rollenbilder, dass Frauen sexuell zur Verfügung stehen sollen und Männer die aktiv Begehrenden und Penetrierenden sind, aufrechterhalten und weiter getragen werden. Das Frauenbild in der Gesellschaft ist immer noch das patriarchale der Heiligen oder Hure, welches eng an die Prostitution geknüpft ist.34 Solange Männer von vorgestern35 im grossen Stil vor der Sexualität auf gleicher Augenhöhe fliehen können, sprich: sich nicht mit unkäuflichen Frauen darüber einigen müssen, was beide begehren, solange sie durch Pornographie und Prostitution ihre sexuelle Dominanz bestätigen können, solange wird die Gleichstellung in der Sexualität, Gleichstellung insgesamt, nicht Realität werden.36 Die dreiste Lüge37, dass es das älteste Gewerbe der Welt sei, sollte uns auch nicht davon abhalten, gegen die Unmenschlichkeit und das Leid anzukämpfen. Es ist bereits eindrücklich bewiesen, dass die Kriminalisierung der Prostitution den Menschenhandel eindämmt, resp. die Legalisierung den Menschenhandel florieren lässt.38

Das Nordische Modell bestraft den Freier und entkriminalisiert die Prostituierte. Ebenso wird medizinische, psychologische, soziale und finanzielle Hilfestellung angeboten, um den Frauen zu helfen, auch auszusteigen. Die Prostituierten wissen in Schweden das Gesetz hinter ihrem Rücken und sind eher bereit, Missstände und Gewalt anzuzeigen.39

Was sind wir letztlich für eine Gesellschaft, wenn wir Frauen aus ärmlichen Verhältnissen und den Armutsgegenden dieser Welt sich selbst und der Armuts- und Zwangsprostitution überlassen und sexuelle Ausbeutung mit den Schlagworten Freiwilligkeit und Dienstleistung erklären, um uns nicht mit dem Phänomen Prostitution auseinandersetzen zu müssen?

Solidarisieren wir uns mit den Prostituierten!40 Nicht mit ihren Ausbeutern, indem wir erklä- ren, es sei ein Beruf, wie jeder andere!

1   www.spiegel.de/spiegel/print/d-13680142.html

2   www.spiegel.de/spiegel/print/d-13680142.html

3   www.srf.ch/sendungen/club/prostitution-abschaffen-oder-anschaffen.

4   www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Im-Bett-mit-Alice-Schwarzer/story/27979413?track

5   www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Im-Bett-mit-Alice-Schwarzer/story/27979413?track

6   http://eidgenossin.wordpress.com/2013/11/16/prostitutionsverbot-eine-heilslehre/

7   www.srf.ch/sendungen/club/prostitution-abschaffen-oder-anschaffen.

8   http://manuelaschon.blogspot.ch/

9   http://de.euronews.com/2013/11/29/streit-um-prostitutionsgesetz-in-frankreich-freier-an-den-pranger/

10 www.nzz.ch/aktuell/zuerich/uebersicht/prostitution-ist-nicht-sittenwidrig-1.18197438

11 Kriminalhauptkommissar Helmut Sporer – ein vielzitierter Experte – schildert in einer Stellungnahme für den Bundestag: «Im typischen Prostitutionsalltag in Deutschland wird nicht Deutsch gesprochen, hier ist die Frau weitgehend oder völlig fremdbestimmt, sie darf nur einen Bruchteil ihrer Einnahmen behalten, ist von der Außenwelt isoliert, arbeitet und wohnt im gleichen Raum.» Er fügt hinzu: «Rund 90 Prozent der Frauen arbeiten in der Prostitution (...) unter Zwang, unfreiwillig, aus Notlagen heraus oder scheinfreiwillig.» www.welt.de/regionales/koeln/ article122158660/Prostitution-weitet-sich-unertraeglich-aus.html

12 www.youtube.com/watch?v=K9TJewRcTu0

13 http://journalistsresource.org/studies/international/human-rights/legalized-prostitution-human-trafficking-inflows.

14 http://eidgenossin.wordpress.com/2013/11/16/prostitutionsverbot-eine-heilslehre/

15 www.srf.ch/sendungen/club/prostitution-abschaffen-oder-anschaffen

16 www.srf.ch/sendungen/club/prostitution-abschaffen-oder-anschaffen

17 Sybille Zumbeck in Die Prävalenz traumatischer Erfahrungen, Posttraumatischer Belastungsstörung und Dissoziation bei Prostituierten. Eine explorative Studie. 2001.

18 www.aliceschwarzer.de/artikel/editorial-312913

19 www.srf.ch/sendungen/club/prostitution-abschaffen-oder-anschaffen

20 www.welt.de/vermischtes/article124005103/Prostitution-und-Sklaverei-sind-dasselbe.html. 21        http://eidgenossin.wordpress.com/2013/12/08/was-alice-schwarzer-wirklich-will/.

22 journalistsresource.org/studies/international/human-rights/legalized-prostitution-human- trafficking-inflows

23 www.welt.de/vermischtes/article124005103/Prostitution-und-Sklaverei-sind-dasselbe.html.

24 Hierzu empfehle ich das Werk von Arno Gruen: Dem Leben entfremdet, 2013.

25 Ich durfte als Kantonsrätin mit der Stadtpolizei Zürich eine Nacht lang unterwegs sein und mit den Prostituierten reden. Diese Fakten haben sie geäussert.

26 www.youtube.com/watch?v=K9TJewRcTu0.

27 www.srf.ch/sendungen/sternstunde-philosophie/alice-schwarzer-prostitution-skandal-oder- freiheitsakt.

28 www.spiegel.de/spiegel/print/d-13680142.html.

29 www.welt.de/vermischtes/article123793374/Ich-ekelte-mich-vor-Euch-und-Euren-Fantasien.html.

30 ef-magazin.de/2014/01/14/4839-antwort-auf-ihren-offenen-brief-liebe-ehemalige-nutte-tanja- rahm.

31 http://freiersblick.wordpress.com/

32 eidgenossin.wordpress.com/2013/11/16/prostitutionsverbot-eine-heilslehre/.
33 ef-magazin.de/2014/01/14/4839-antwort-auf-ihren-offenen-brief-liebe-ehemalige-nutte-tanja- rahm.

34 Das Kreuz mit der Kirche. Eine Sexualgeschichte des Christentums. K. Deschner. 1974. S. 368.

35 Nicht zu vergessen die jungen Generationen, die ihre Sexualität sehr früh mittels Pornografie und Prostitution konditionieren.

36 Nicht dass die mediale Ausbeutung des weiblichen Körpers und der weiblichen Sexualität nicht auch das ihrige dazu beitragen würde, doch das ist eine weitere eigene Debatte.

37 www.tagesanzeiger.ch/wissen/geschichte/Der-Mythos-vom-aeltesten-Gewerbe/ story/11038144.

38 journalistsresource.org/studies/international/human-rights/legalized-prostitution-human- trafficking-inflows.

39 http://blog.dasmagazin.ch/2012/09/15/eine-frage-der-wurde/.

40 www.emma.de/artikel/die-rede-der-frauenministerin-313019.

Alma Redzic, 31 Jahre alt Geschäftsführerin des Vereins für feministische Wissenschaft Rechtswissenschaftsstudentin (BLaw)

29. November 2014