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Frauenzentrale Zürich sucht Vorstandsmitglied

Haben Sie Zeit und Motivation, sich für Frauenthemen einzusetzen? Die Frauenzentrale Zürich sucht eine neue Vorstandskollegin für das Ressort Juristische Projekte und Vernehmlassungen. In dieser Funktion erarbeiten Sie Vernehmlassungen zu frauenspezifischen Themen. Sie sind Teil des grössten Frauen-Dachverbandes im Kanton Zürich und arbeiten mit einem engagierten Team zusammen.

Weitere Informationen über dieses ehrenamtliche Engagement bekommen Sie bei der Präsidentin Andrea Gisler (andrea.gisler@frauenzentrale.ch, Tel: 044 206 30 26).

Wir freuen uns über Ihre Bewerbung!

Frauenzentrale Zürich
Am Schanzengraben 29
8002 Zürich
zh (at) frauenzentrale.ch

Telephon 044 206 3020

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Medien und Geschlechterbilder

Die aktuelle Ausgabe von «Frauenfragen 2016» befasst sich mit dem Schwerunkt «Medien – Geschlechterbilder – Politik». Sie berichtet von den Ergebnissen einer Studie im Auftrag von EKF, BAKOM und SRG SSR, die zeigen soll, wie Print- und Onlinemedien im Vorfeld der eidgenössischen Wahlen 2015 über Kandidatinnen und Kandidaten berichtet haben. Sie können die Ausgabe im PDF-Format herunterladen.

In unserer Zeitschrift finden Sie Grundlagen und Diskussionen zur schweizerischen Gleichstellungspolitik. Jede Nummer ist einem aktuellen Thema gewidmet.

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Das Abonnement ist kostenlos

Weitere Infos

für frauenaargau: Brigitte Herde
www.frauenaargau.ch

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Frauenzentrale Aargau – Vorstandsmitglieder gesucht

Die Frauenzentrale Aargau sucht zwei ehrenamtliche Vorstandsmitglieder im Bereich Finanzen und Marketing.

Die Frauenzentrale Aargau ist der Dachverband vieler aargauischer Frauen-Organisationen und Drehscheibe für Familienanliegen. Sie fördert insbesondere Frauen und ihr Engagement auf gesellschaftlicher, sozialer und politischer Ebene. Ein Austausch über die Kantonsgrenzen hinweg ist Teil ihrer Aufgabe. Für die Vorstandsarbeit suchen wir

ehrenamtliches Vorstandsmitglied mit Ressort Marketing
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sowie

ehrenamtliches Vorstandsmitglied mit Ressort Finanzen
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für frauenaargau: Brigitte Herde
www.frauenaargau.ch

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Ob die Frau in die Armee muss, entscheidet immer noch der Mann

Artikel von Philipp Loser, Tages-Anzeiger, Donnerstag, 20. Oktober 2016, S. 3

Sollen Frauen in der Zukunft eine Dienstpflicht erfüllen müssen? Darüber entscheidet man in Bern. Also: Mann.

Haben wir es nicht schon immer etwas besser gewusst? Wir Männer, meine ich? Oder anders gefragt: Was weiss denn eine Frau schon übers Militär? Über den Dienst am Vaterland?

Eben. Dass man im eidgenössischen Verteidigungsdepartement (VBS) auch heute noch so denkt, versuchen die Beamten dort gar nicht erst zu verstecken (vielleicht merken sie es auch nicht). Als das VBS im Sommer eine rund dreissigköpfige Expertengruppe einsetzte, die eine Studie zur Zukunft der Dienstpflicht (der männlichen und der weiblichen) erstellen sollte, waren darunter genau drei Frauen. Eine Brigadierin, eine Stellvertreterin eines Vertreters der Kantonsregierungen und eine Schreibkraft. Irgendwer muss ja die wichtigen Dinge protokollieren, welche die Männer von sich geben.

Bei der politischen Diskussion des Berichts dieser Gruppe geht es im gleichen Stil weiter. 17 Experten hörten die Mitglieder der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats (SIK) diese Woche an. Darunter befand sich genau eine Frau - Brigadierin Germaine Seewer, Chefin Personelles der Armee, die bereits die Frauenquote bei der ersten Expertengruppe nach oben gedrückt hatte.

Als die mehrheitlich weibliche Delegation der SP in der SIK die Männerlastigkeit bemängelte, erhielt sie dafür ein Schulterzucken. «Wir sollen uns nicht so aufregen, hat man uns gesagt», erzählt Priska Seiler Graf (ZH). Sie tut es trotzdem: «Die neuen Dienstpflicht-Modelle haben einen direkten Einfluss auf die Zukunft der Frauen in unserer Gesellschaft. Und ausgerechnet dazu hört man die Frauen nicht an.»

«Absurd»

Für Maya Graf, grüne Nationalrätin und Co-Präsidentin der Frauenorganisation Alliance F, sind das Verhalten des Verteidigungsdepartements und die Anhörung in der SIK nur ein Beispiel von vielen für die in Bern strukturell verankerten Geschlechterrollen. «Die Rollen in der Arbeitswelt und der Politik sind noch immer klar verteilt.» Die Zusammensetzung der Expertengruppe, die den Bericht erarbeitet hatte, und jene in der SIK sei ein Abbild davon. «Männer reden darüber, was Frauen zu tun und zu lassen haben. Als hätten wir immer noch 1960. Absurd!»

Gleich sei es bei der Diskussion zur Fachkräfteinitiative in diesem Herbst gewesen. Im September veranstaltete Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann das Treffen «Nationale Spitzenkräfte Fachkräfte Schweiz» - quasi unter Ausschluss von Frauen. Thema des Treffens: «Wie soll den Frauen geholfen werden, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen, wenn man deren Bedürfnisse gar nicht kennt?», sagte die Zürcher BDP-Nationalrätin Rosmarie Quadranti damals der «Aargauer Zeitung».

Die Diskussion um die Fachkräfte und die Zukunft der Frauen in der Armee hätten auch eine inhaltliche Verbindung, sagt Maya Graf. Noch bevor man richtig überlegt habe, wie das brachliegende Potenzial der gut ausgebildeten Frauen in der Schweiz in den Arbeitsmarkt integriert werden könne, wolle man genau diese Frauen lieber in der Armee.» Und das nur, weil dem Militär die jungen Burschen davonlaufen. Statt sich über Sinn und Zweck der Organisation zu unterhalten, sollen einfach Frauen die Lücken füllen.»

So weit ist es noch nicht. Die SIK hat sich noch für kein Modell definitiv entschieden, tendiert aber eher dazu, Frauen nicht in die Armee zu zwingen. Das von der Expertenkommission favorisierte norwegische Modell, in dem Frauen und Männer dienstpflichtig wären ist in der ersten Runde bei der Sicherheitspolitischen Kommission durchgefallen.

«Ausgewogen und abgestützt»

Aktuell wird die SIK übrigens von einer Frau präsidiert. Als Präsidentin hat Corina Eichenberger (FDP, AG) die Anhörungen organisiert. Sie kann wenig mit der Kritik an ihren Experten anfangen. «Es war eine sehr ausgewogene und breit abgestützte Anhörung.» Dass es fast ausschliesslich Männer waren, die über Sinn und Unsinn eines Dienstes für Frauen berichteten, sei Zufall gewesen. Man frage die Organisationen an, und selbst wenn man sich explizit eine Frau wünsche, sei es nicht sicher, dass auch eine Frau an die Anhörung komme, sagt Eichenberger. Natürlich seien Armee-, sicherheitspolitische Themen überhaupt, noch immer sehr männlich geprägt. «In der Sache hat das aber keinen Einfluss.»

veröffentlicht mit explizitem Einverständnis des Autors

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FRAUENNETZ GOSSAU

Liebe Frauen

Am 25. September 2016 finden in Gossau die

Wahlen für Stadtrat, Parlament und Schulrat

statt. Das ist eine tolle Chance, sich mit anderen Frauen und Männern für Gossau zu engagieren, etwas zu bewegen und in einem Amt viel Spannendes dazuzulernen.

Die politischen Parteien suchen noch Kandidatinnen. Bitte meldet euch bei jener Partei, die euch entspricht und nehmt bis 1. Mai 2016 direkt Kontakt auf. Die Kontaktpersonen sind informiert und freuen sich auf euch!

  CVP Gossau-Arnegg – www.cvp-gossau.ch
Kontaktpersonen:
Seline Heim, Präsidentin, seline.heim (at) bluewin.ch, Tel. 071 385 66 91
Helen Alder, Schulrätin, helenealder (at) bluewin.ch, 071 383 33 76

•  FDP Die Liberalen Gossau - www.fdp-gossau.ch
Kontaktpersonen:
Sandro Contratto, Präsident, sandro.contratto (at) walo.ch, Tel. 071 534 01 65
Ruth Schäfler, Parlamentarierin,ruth.schaefler (at) bluewin.ch,Tel.071 385 87 81

•  FLiG Freie Liste Gossau – www.flig.ch
Kontaktpersonen:
Alfred Zahner, Präsident, flig (at) bluewin.ch, Tel. 071 385 55 13
Anita Zimmermann, zimboch (at) bluewin.ch, Tel. 071 311 85 35

•  SP Gossau-Arnegg – www.sp-gossau.ch
Kontaktpersonen:
Ruedi Blumer, Präsident, info (at) sp-gossau.ch, Tel. 071 385 61 20
Monika Gähwiler-Brändle, Parlamentarierin, monika-gaehwiler (at) bluewin.ch, Tel. 071 385 75 52

•  SVP Gossau-Arnegg - www.svp-gossau.ch
Kontaktpersonen:
Markus Rosenberger, Präsident, markus.rosenberger (at) gmos.ch,
Tel. 071 385 16 16
Désirée Baldegger, Parlamentarierin, desi.baldegger (at) gmx.ch,
Tel. 079 324 60 15

Für Fragen stehen wir selbstverständlich gerne zur Verfügung. Wie in den vergangenen Wahljahren unterstützt das Frauennetz die Frauen-Kandidaturen mit einer attraktiven Wahlkampagne. Das bedeutet, die Unterstützung unsererseits ist gewiss.

Wir wünschen euch spannende Abklärungen, interessante Gespräche und einen guten Start in eine neue Herausforderung.

Herzliche Grüsse

Ihr Frauennetz Gossau
Brigitte Hollenstein, Präsidentin
www.frauennetzgossau.ch

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LUISE PUSCH

 

Liebe Freundinnen und Freunde von FemBio und meinen Glossen,

Meine neue Glosse
"Wenn der Flüchtling eine Frau ist"
 

findet Ihr hier:
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/blog

oder auch hier:
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/comments/wenn-der-fluechtling-eine-frau-ist/

Die neuen Frauen der Woche werden hier gemeinsam vorgestellt:
http://www.fembio.org/biographie.php

In der 43. Kalenderwoche 2015 erinnert FemBio an sechs bedeutende Frauen:

* die deutsche Sängerin Erna Berger (1900-1990).

115. Geburtstag am 19. Oktober 2015. Porträt von Jürgen Speckmann (1944-2003).
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/erna-berger/

• die US-amerikanische Abolitionistin, Feministin und Schriftstellerin Lydia Maria Child (1802-1880).
135. Todestag am 20. Oktober 2015. Porträt von Luise F. Pusch
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/lydia-maria-child/

• die US-amerikanische Bürgerrechtlerin Rosa Parks (1913-2005). 
10. Todestag am 24. Oktober 2015. Porträt von Ute Fahlenbock.
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/rosa-parks/

• die US–amerikanische Bergsteigerin Annie Smith Peck (1850-1935). 
165. Geburtstag am 19. Oktober 2015. Porträt von Luise F. Pusch. Auch auf Englisch. 
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/annie-smith-peck/

• Elsa Reger (1870-1951), Ehefrau, Biographin und Nachlaßpflegerin Max Regers. 
145. Geburtstag am 25. Oktober 2015. Porträt von Swantje Koch-Kanz.
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/elsa-reger/

• die deutsche Schriftstellerin und Grafikerin Unica Zürn (1916-1970). 
45. Todestag am 19. Oktober 2015. Porträt von Irene Ferchl. 
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/unica-zuern/
Die Porträts von Parks und Zürn hat Almut Nitzsche eingestellt. Ein Besuch dort lohnt sich also ganz besonders.

Schöne Grüße,
Luise F. Pusch

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allianceF
Mehr Mitsprache bei der Fachkräfteinitiative und bessere Berufsbedingungen  Weitere Infos

 

 

 

Was brennt im Moment unter den Nägeln?

Irgend etwas ist immer brisant, sei es die Lohnfrage oder eine geschlechtergerechte Sprache, Menschen- und Frauenhandel oder die neuesten Modetrends, das Frauenbild in den Medien und in den heute gängigen Schullehrmitteln - solange wir Frauen nicht selbstverständlich als dem Manne in jeder Hinsicht ebenbürtig gewürdigt werden, werden wir uns dafür einsetzen, dieses Ziel (bedenklich, dass frau überhaupt darüber diskutieren muss) zu erreichen.

Sie können dazu beitragen indem auch Sie sich äussern, sagen, wo Sie der Schuh drückt oder wo Sie einen Erfolg erleben.

Jeder Beitrag ist willkommen.
Bitte schicken an christa.stahel (at) gmx.ch

 

 

 

Eidgenössische Kommission für Frauenfragen EKF

Medienmitteilung

Datum:    9. März 2015

Frauen wählen!
EKF und Frauenorganisationen fordern:
mehr Frauen ins Parlament!

Bern, 9. März 2015. Die Eidg. Kommission für Frauenfragen EKF und eine breite Koalition von Frauenorganisationen engagieren sich dafür, dass am 18. Oktober 2015 mehr Frauen ins Parlament gewählt werden. Auf der Website «Frauen wählen! – Votez femmes! – Votate donne!» sagen prominente Politikerinnen, warum dies dringend nötig ist. Eine gemeinsam von EKF, BAKOM und SRG/SSR bei der Universität Fribourg in Auftrag gegebene Studie wird zudem im Wahlkampf 2015 die Medienpräsenz von kandidierenden Frauen und Männern untersuchen.

Projekt «Frauen wählen!»

In den 44 Jahren seit der Einführung des Frauenstimm- und Wahlrechts hat der Frauenanteil im Parlament noch nie einen Drittel erreicht. Im Nationalrat sitzen aktuell 31 Prozent Frauen, im Ständerat sind es 19,6 Prozent. Und der Frauenanteil stagniert oder ist gar rückläufig: Bei den Nationalratswahlen 2011 wurden erstmals weniger Frauen gewählt als bei den vorangegangen Wahlen, bei den Ständeratswahlen fand der Knick schon früher statt: Mit 23,9 Prozent war der Frauenanteil 2003 in der kleinen Kammer am grössten, seither ist die Quote wieder rückläufig.

Es besteht also Handlungsbedarf. Deshalb lanciert die EKF zusammen mit einer breiten Koalition von Frauenorganisationen das Projekt «Frauen wählen!». Ziel ist es, zu motivieren, an der Urne Frauen ihre Stimme zu geben. Auf der neuen Website www.frauen-waehlen.ch machen sich Frauen aller Parteien stark für ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in der Politik. Zwei Drittel der Parlamentarierinnen unterstützen das Anliegen und haben ein Testimonial geliefert mit triftigen Gründen, weshalb der Frauenanteil im Parlament steigen muss. Ein Flyer, der breit verteilt wird und auf dem Web abrufbar ist, ergänzt das elektronische Angebot.

Medienstudie zu den Wahlen 2015

Medienpräsenz ist ein wichtiger Faktor für den Wahlerfolg. Eine bei der Universität Freiburg gemeinsam in Auftrag gegebene Studie von EKF, Bundesamt für Kommunikation BAKOM und SRG/SSR untersucht deshalb im Wahlkampf 2015, wie oft und zu welchen Themen die

Frauen wie Männer

Kandidatinnen und Kandidaten der verschiedenen Parteien zu Wort kommen oder Gegenstand der Berichterstattung sind. In der Studie werden Print- wie Onlinemedien sowie die SRG untersucht. Die Resultate werden voraussichtlich Mitte 2016 vorliegen.

Dreisprachige Website

www.frauen-waehlen.ch www.votez-femmes.ch www.votate-donne.ch

Auskunft:

Etiennette J. Verrey, Präsidentin EKF, Tel. 061 922 16 74 Claudia Weilenmann, Sekretariat EKF, Tel 058 464 93 26 (Mo, Di)

Hinweis: Webplattform Wahlen 2015

Direkt zum Thema Frauen und Wahlen

Am 8. März hat auch die offizielle Webplattform «Wahlen 2015» des Bundes ein zusätzliches Angebot aufgeschaltet. Mit der Kachel «Frauen und Wahlen» bietet sie einen direkten Zu- gang zu den relevanten Informationen. https://www.ch.ch/de/wahlen2015/

 

 

 

 

 

 

 

Die sollen in Zukunft die Kuchen für den Kirchennachmittag selber backen!

 

Ich denke, mich tritt ein Pferd und laust der Affe gleichzeitig. Am 8. März, dem internationalen Tag der Frau, läuft auf ARD um 23.35 Uhr eine Reportage über - und fallen Sie jetzt nicht vom Stuhl! - die
Eröffnung der «Woche der Brüderlichkeit» mit der Erklärung:
»Seit 1952 veranstalten die Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit im März eines jeden Jahres die Woche der Brüderlichkeit. In allen Teilen Deutschlands werden aus diesem Anlass Veranstaltungen durchgeführt, die ein besseres Verstehen und die Zusammenarbeit von Christen und Juden fördern.»

Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden, obwohl ein  besseres Verstehen und die Zusammenarbeit von Christen und Juden für ein friedliches Zusammenleben in den Alltag und nicht in eine «Woche» im Jahr gehörten.

Aber: Christinnen und Jüdinnen gibt es offensichtlich seit 1952 nicht mehr. Und wozu brauchen die «Brüder» eine Woche, wo wir Frauen für unsere Anliegen nur einen einzigen offiziellen Tag haben und die ganze (ehrenamtliche) Arbeit täglich mehr oder weniger im Stillen leisten? Für die Dienstleistungen in der Kirche, angefangen beim "Chilekafi" über den Weihnachtsbasar bis hin zu den Stickereien für die prachtvollen Kleider der Klerikalen sind wir Frauen jedoch unentbehrlich. Bis jetzt. Ab sofort nicht mehr.

Christa Stahel

 

 

 

 

 

 

 

»Laut & Luise«

11.01.2015

Über “Meinungsfreiheit”, “free speech” und “liberté d’expression”

Nach den islamistischen Mordattacken in Paris treten Menschen und Medien weltweit für „liberté d’expression“, „freedom of expression“ / „free speech“ und „Meinungsfreiheit“ ein.

In Boston höre und lese ich pausenlos von „freedom of expression“ und „free speech“. Wie kommt es, frage ich mich, dass nur die Deutschen von „Meinungsfreiheit“ reden, wo alle anderen die freie Äußerung/Expression, den freien Ausdruck (der Meinung), die freie Rede betonen.

Hat es vielleicht mit deutscher Obrigkeitshörigkeit und deutschem Duckmäusertum zu tun? Eine bestimmte, auch abweichende Meinung zu haben, ist schließlich kein Problem. Erst wenn wir abweichende Meinungen äußern, kann es brenzlig werden.

Meinungsfreiheit - geschenkt. Wir alle können die geächtetsten oder gesellschaftschädlichsten Meinungen hegen, so lange wir sie nicht ausagieren, ist alles in Ordnung. Da gehen also die Deutschen massenhaft auf die Straße für ein Recht, das eigentlich keines ist? Das Recht, eine eigene Meinung zu haben, ist wie das Recht, zu atmen. Es muss nicht im Grundgesetz verankert werden, denn die eigene Meinung als solche ist privat und nicht kontrollierbar. Erst wenn sie geäußert wird, kann es u.U. Ärger geben. Die Meinung, dass Hitler ein Verbrecher war, hatten zu seinen Lebzeiten viele Deutsche. Aber nur diejenigen, die diese Meinung äußerten, kamen in Lebensgefahr.

Schauen wir uns das Gesetz über unsere „Meinungsfreiheit“ mal genauer an: Artikel 5 (1) unseres Grundgesetzes lautet: 

Jeder [sic] hat das Recht, seine [sic] Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Wir sehen, Artikel 5,1 des Grundgesetzes behandelt das “Recht auf freie Meinungsäußerung”. Anders ausgedrückt, das “Recht auf Meinungsäußerungsfreiheit”, abgekürzt zu “Recht auf Meinungsfreiheit”.

„Meinungsäußerungsfreiheit“ ist eines dieser langen zusammengesetzten Wörter des Deutschen, die Anderssprachige in der Regel unaussprechbar, unlesbar und unmöglich finden. Deswegen, um diesen KritikerInnen und uns selbst einen Gefallen zu tun, haben wir es gekürzt zu „Meinungsfreiheit“. Die Sprachwissenschaft spricht hier von „Ellipse“.

Warum haben wir es nicht zu „Äußerungsfreiheit“ oder „Ausdrucksfreiheit“ gekürzt, wie das Englische und Französische? In diesen Sprachen fehlt ja auch ein Teil, nur ein anderer als im Deutschen. Es fehlt dort die Bezeichnung dessen, was frei geäußert werden darf: freedom of expression [of opinion], liberté d’expression [de l’opinion]. Auch ziemlich lange Ausdrücke, und auch sie wurden gekürzt, halt nur anders.

Es scheint zunächst, dass das Deutsche auf den wichtigeren Teil verzichtet hat. Nicht das Haben einer Meinung ist gefährlich, sondern das Äußern kann gefährlich werden. Und deshalb muss das Recht darauf vom Staat gewährleistet werden.

Andererseits scheint mir die deutsche Lösung präziser, wenn ich z.B. an Edward Snowden denke. Hätte er nur eine Meinung geäußert, wäre ja alles in Butter gewesen. Wen - außer fundamentalistische AnhängerInnen patriarchaler Religionen wie Christentum, Islam oder Judentum - kratzt schon eine bloße Meinung? Ein dickes Fell angesichts der abstoßendsten Meinungen über uns mussten besonders wir Frauen uns zulegen. Aber was Snowden öffentlich gemacht hat, waren Staatsgeheimnisse, also Tatsachen, die sein Staat lieber geheimhalten wollte. Und schon war Schluss mit „freedom of expression“ oder „free speech“. Es dürfen eben nur Meinungen frei geäußert werden. Und das teilt nur der deutsche Ausdruck mit, während das Englische und Französische hier nicht nur elliptisch, sondern irreführend sind.