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FRAUEN IN DER GESCHICHTE DES RECHTS
Von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart
Herausgegeben von Ute Gerhard - 1997

 

Dieses Buch dokumentiert erstmals unseren Stand des Wissens über die Rechtsstellung von Frauen im deutschsprachigen Raum seit der Frühen Neuzeit. Es stellt die Frage, ob und inwieweit rechtliche Normen für Männer und Frauen unterschiedliche Geltung beanspruchten, ob und wie diese Differenzen begründet wurden und in welcher Weise sich die Begründungen wie auch das positive Recht selbst im Lauf der Zeit verändert haben. Untersucht werden aber nicht nur die Rechtsnormen in den Bereichen des öffentlichen Rechts, des Zivilrechts und des Strafrechts, sondern es werden ebenso die – oft abweichende – Rechtswirklichkeit, die Alltagspraxis, die Rechtsprechung sowie die Diskurse über Recht und Unrecht beleuchtet.

 

Um der interdisziplinären Aufgabenstellung gerecht zu werden und um möglichst alle Themenbereiche berücksichtigen zu können, sind in diesem Band 44 Beiträge von juristischen, sozialwissenschaftlichen und historischen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen versammelt. Das Handbuch trägt damit bereits bekanntes Wissen zusammen und bietet zugleich die Ergebnisse neuester Forschungsarbeiten an. Es schließt gravierende Lücken auf dem Gebiet der Frauenrechtsgeschichte, zeigt aber auch die noch bestehenden Forschungsdefizite einer Rechtsgeschichte auf, die lange die Tatsache der Geschlechterdifferenz ignorierte.

 

 

Ein Grundlagenwerk, das sich an Studierende und Lehrende aus den Bereichen Jura, Politikwissenschaften, Soziologie und Geschichte wendet; ein Grundlagenwerk auch insofern, als es gelingt, einen wichtigen Teil unseres heutigen Rechtslebens in seiner historischen Dimension zu erschließen.

 

Die Herausgeberin Ute Gerhard, geb. 1939, lehrt als Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Frauenforschung an der Universität Frankfurt.

 

Taschenbuch – C.H. Beck (August 1999) – 960 Seiten
ISBN 3-406-45545-X / EAN 9783406455452

 

Veröffentlichungen u. a.: Verhältnisse und Verhinderungen. Frauenarbeit, Familie und Rechte der Frauen im 19. Jahrhundert (1978); Gleichheit ohne Angleichung. Frauen im Recht (1990).


«Eine historische Rückschau dient nicht allein dem Zweck,
unser Wissen über die soziale Lage und Rechte
früherer Frauengenerationen zu vervollständigen.
Vielmehr gilt es zu bedenken, daß historisch fundiertes
Denken und Entscheiden dem kurzatmigen Reagieren auf
die Herausforderungen der Gegenwart
allemal überlegen ist. »
Jutta Limbach