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Gewerkschaftliche Gedanken

Besinnliche Weihnachtszeit?

von Tanja Walliser, Teamleiterin Detailhandel – Unia Zürich-Schaffhausen

aus P.S. Nr. 44/14 vom 04. Dezember 2014 (S. 8)

 

Es weihnachtet schon sehr in der Stadt Zürich: Die Bahnhofstrasse wird von Lucy erleuchtet, und das alljährlich durch die Strasse fahrende Jelmoli-Tram lässt Kinderherzen höher schlagen. Jung und Alt suchen in den Auslagen nach den passenden Geschenken für Familie und FreundInnen. Für die meisten von uns beginnt mit dem ersten Advent eine besinnliche Zeit, die wir im Kreise unserer Liebsten verbringen. Gerade in dieser Zeit sollten wir daran denken, dass nicht alle dieses Privileg geniessen dürfen.

Für die Frauen und Männer, die hinter den Auslagen stehen, beginnt mit dem Erleuchten von Lucy alles andere als eine besinnliche Zeit. Denn für sie bedeutet die Weihnachtszeit vor allem mehr Stress, unzählige Überstunden und Sonntagsarbeit. An drei von vier Sonntagen im Dezember sind die Geschäfte in der ganzen Stadt geöffnet, von diversen Abendeinkaufsmöglichkeiten (z.B. Nightshopping bis 23 Uhr) ganz zu schweigen.

Während wir zu Hause Weihnachtsguetzli backen, müssen sich die Verkäuferinnen von ihren Kindern verabschieden, damit wir auch am Sonntag noch Weihnachtsgeschenkli kaufen können. Oft wird behauptet, dass diese Sonntagsarbeit von den Angestellten geschätzt wird, dass die Arbeit am Sonntag gerade für Studenten einen willkommenen Zustupf darstellt. Allerdings sind nur die wenigsten Beschäftigten im Detailhandel Studis, die diesen Job nur temporär ausüben. Vielmehr zeigen diverse Umfragen aus Zürich und auch der ganzen Schweiz, dass die langen Ladenöffnungszeiten von der überwiegenden Mehrheit der Verkäuferinnen als grosse Belastung und vordringlichstes Problem im Arbeitsalltag wahrgenommen wird - und das notabene in einer Branche, die auch für absolute Tiefstlöhne bekannt ist. Auch die Freiwilligkeit der Sonntagsarbeit ist eine Farce. So sagte mir kürzlich eine Verkäuferin in einem Schuhgeschäft, die eine zweijährige Tochter hat: «Freiwillig? Was denkst Du, was bei uns mit denen passiert, die Nein sagen? Das kann ich mir nicht erlauben, dass mein Chef mich auf dem Kieker hat, weil ich sonntags mit meiner Tochter zusammensein will. Wer bockt, fliegt immer zuerst.»

* * *

Gerade jetzt im Winter, wenn die Tage kürzer werden, bekommen diese Angestellten ausserdem zu wenig Licht: Viele VerkäuferInnen - beispielsweise im Shopville - arbeiten, ohne je das Tageslicht zu sehen. Obwohl unbestritten ist, dass dies gesundheitschädlich ist, weigern sich weiterhin viele ArbeitgeberInnen, den Betroffenen zusätzliche Lichtpausen zu gewähren.

Die Angestellten im Detailhandel müssen besser geschützt werden: Sie haben keinen Gesamtarbeitsvertrag, und die Arbeitsbedingungen gefährden ihre Gesundheit. Darüber hinaus arbeiten sie zu miesen Löhnen, denn sogar an der Bahnhofstrasse sind Löhne unter 3500 Franken netto keineswegs eine Seltenheit. Für eine Branche, die Jahr für Jahr fette Gewinne macht, ist das ein absolutes Armutszeugnis. Die Profite fliessen direkt in die Taschen der BesitzerInnen. Was glauben Sie, wie Amancio Ortega, der Chef von Zara, mit einem Vermögen von mehr als 40 Milliarden Euro zum reichsten Mann Europas wurde? Mit Sicherheit auch auf Kosten der VerkäuferInnen, die in der Schweiz und in anderen Ländern zu miserablen Löhnen schuften müssen!

Wenn Sie also dieser Tage durch die Geschäfte huschen, schenken Sie den VerkäuferInnen ein Lächeln und vielleicht sogar ein Danke. Am besten fordern Sie sie gleich auf, sich gewerkschaftlich zu organisieren, denn nur so können wir im Detailhandel gemeinsam Verbesserungen erkämpfen.

07. Dezember 2014

 

 

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Die UNO hält fest:

 

Frauen                                       Männer


sind ½ der Menschheit             
sind ½ der Menschheit


leisten 2/3 aller Arbeits-
               leisten 1/3 aller Arbeits-
stunden                                     stunden


erhalten dafür 1/10 der              erhalten dafür 9/10 der
Welt-Lohnsumme und               Welt-Lohnsumme und           

halten 1/100 des Welt-               halten 99/100 des Welt-
vermögens in ihren Händen      vermögens in ihren Händen

09.11.14
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FrauenSicht Februar 1/14, S. 19

Schweiz: Lohndiskriminierung schon beim Berufseinstieg

fs. Junge Frauen verdienen bereits beim Einstieg ins Berufsleben weniger als Männer. Und die Männer-Löhne steigen danach schneller an. Das geht aus einer Nationalfonds-Studie über die Löhne beim Berufseinstieg hervor. Das Forschungsteam des Büros Ecoplan und der Universität Basel hat für die Studien Daten von 6'000 Jugendlichen ab dem Jahr 2000 ausgewertet.

Besonders groß ist der geschlechtsspezifische Lohnunterschied in Berufen mit ausgewogenem Geschlechterverhältnis. Doch auch in typischen Männer- und typischen Frauenberufen verdienen Berufseinsteigerinnen weniger. Das Forschungsteam vermutet, dass Männer eher Unternehmen wählen, die höhere Löhne zahlen, oder dass Männer bei Lohnverhandlungen fordernder auftreten. Zudem sei die frühe Berufswahl für Frauen nachteilig. Sie entschieden sich oft für frauentypische Berufe, in denen das Lohnniveau besonders tief ist.

Um die Höhe der «nicht erklärbaren» Lohndifferenz zu ermitteln, berücksichtigten die Forschenden mit einem statistischen Verfahren objektive Kriterien wie berufliche Tätigkeit, Ausbildung, Alter oder Firmengröße. Übrig blieb eine «nicht erklärbare» Lohndifferenz von durchschnittlich 7 Prozent oder 278 Franken im Monat beim Berufseinstieg. Laut dem Forschungsteam dürfte ein großer Teil dieses Lohnunterschiedes Diskriminierung sein. Arbeitgebende würden Frauen von Anfang an schlechter bezahlen und weniger fördern, weil sie davon ausgehen, dass Frauen später wegen Kindern ihre Erwerbsarbeit reduzieren. Möglich sei auch, dass die meist männlichen Chefs Männer besser behandeln.

Auf politischer Ebene will der Bundesrat (Regierung) in diesem Jahr darüber entscheiden, wie das in der Verfassung verankerte Prinzip der Lohngleichheit für gleichwertige Arbeit durchgesetzt werden soll. Ein freiwilliger «Lohngleichheitsdialog» ist Ende letzten Jahres wegen zu geringer Teilnahme von Unternehmen nach fünf Jahren gescheitert.

Eine Studie, die staatliche Kontroll- und Sanktionsmechanismen im Ausland analysiert hat, empfiehlt der Schweizer Regierung, private Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden zu mehr Transparenz bezüglich der Lohngleichheit zu verpflichten. Zusätzlich brauche es staatliche Kontrollmaßnahmen wie Stichproben und auch Sanktionsmöglichkeiten gegen säumige Unternehmen.

5. Februar 2014/sta

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Unerhört!  

Flatrate-Sex als neues Angebot in Bordellen

 

Im St. Galler Tagblatt vom 23. Mai 2013 schreibt Gion David unter dem Titel «Sex, so oft Mann kann»:

Mehrere Zürcher Bordelle böten Flatrate-Sex an. Der bekannteste Club sei der «Club Dream» in Dübendorf. Das Bordell ködere mit dem Angebot «Bis 60 Girls täglich – Pauschal 160 Franken inkl. Essen.»

Im Thurgau werbe das «Sunshine-Studio» in Amriswil mit einem Gang-Bang-Party-Angebot «Sex, so oft du willst.» Mehrere Männer könnten mit mehreren Frauen gleichzeitig Sex haben. Ab 300 Franken komme der Freier in den Genuss einer mehrstündigen Partyzeit.

Offensichtlich definieren sich die Männer über die Leistungsfähigkeit ihres Gemächts - eine doch eher dürftige Basis. Frauen legen andere Massstäbe an, unter anderem auch an soziale und intellektuelle Kompetenz.

Rebecca  Angelini, Mediensprecherin der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration FIZ, Zürich, sagt: «Speziell stossend bei Flatrate-Angeboten ist die Botschaft an die Freier, dass sie von den Frauen zu einem Fixpreis alles haben und mit ihnen alles machen können, was sie wollen.» Gegen ein Verbot spreche allerdings die Gefahr, dass die Szene in die Illegalität gedrängt würde und die Sexarbeiterinnen dadurch noch verletzlicher und anfälliger für Gewalt seien.

Gedemütigt, entwürdigt, missbraucht und geschlagen - und dann als «Müll» verachtet. Die Frauen, aus welchem Grunde immer sie als Prostituierte arbeiten, können die Ehefrauen, die Töchter odr Schwestern der Konsumenten sein. Ein Aufschrei des Entsetzens ginge durch die Männerwelt.

Auf die Frage, wie verhindert werden könne, dass die Frau zur Massenware degradiert werde, antwortet Christa Altwegg, Mediensprecherin der Thurgauer Kantonspolizei: «Auf die Geschäftsbedingungen und Angebote der einzelnen Anbieter hat die Kantonspolizei keinen Einfluss. Würden jedoch Anzeichen von Förderung der Prostitution … erkannt, ermittle die Polizei gezielt.» Gerade die Prüfung der Geschäftsbedingungen und Angebote der einzelnen Anbieter ist zwingend.

 

Die Förderung von Prostitution ist in der Schweiz verboten und strafbar. §195 des Strafgesetzbuches hält fest: «Wer die Handlungsfreiheit einer Person, welche Prostitution betreibt, dadurch beeinträchtigt, dass er sie in ihrer Tätigkeit überwacht oder Ort, Zeit, Ausmass oder andere Umstände der Prostitution bestimmt, wird mit Freiheitstrafe bis zu 10 Jahren oder Geldstrafe bestraft.» Es bleibt die Frage offen, ob frau diese Umstände in den meisten Fällen nicht auch unter dem Aspekt von §197 StGB als «Missbrauch der Notlage oder Abhängigkeit einer Frau» betrachten muss. Wie weit der «Import von Tänzerinnen und Künstlerinnen» trotz explizit falscher Erklärung und wider besseres Wissen der Betreiber (Importeure) unter Menschenhandel fällt, ist zu definieren. Hier ist noch einiges aufzuklären. 


Wer öffentlich via Inserat Männer ködert mit dem Angebot «Bis 60 Girls täglich – Pauschal 160 Franken inkl. Essen» oder «mehrere Männer können mit mehreren Frauen gleichzeitig Sex haben» und «ab 300 Franken kommt der Freier in den Genuss einer mehrstündigen Partyzeit», fördert eindeutig die Prostitution durch Motivation, Bekanntmachen, schmackhaft machen. Vorteile andeuten oder versprechen ist aktive Personalsuche.

Ebenso handelt es sich um aktive Förderung von Prostitution, wenn den Männern vermittelt wird, es handle sich um einen «legalen Wirtschaftszweig» («Feigenblatt für unsere Banken» von Valentin Landmann im St. Galler Tagblatt am 26. Mai 2013 (in Google «Valentin Landmann» in Wikipedia kann man(n) und frau Erstaunliches erfahren). Richtig wäre, die offensichtliche Vermarktung der Frauen anzuprangern und ausstiegswilligen Prostituierten den Ausstieg aktiv zu erleichtern.

Zudem geht aus dem ganzen Text nicht klar hervor, wo sich Gion David und Valentin Landmann positionieren. Finden sie diese widerlichen und unwürdigen Angebote etwa gut?

 

Mehrere Jahre hinter Gitter. Eines der berühmtesten Bordelle in Deutschland, welches das Flatrate-Angebot bekannt machte, war der «Pussy Club» in Stuttgart. Letztes Jahr verurteilte das Landesgericht Stuttgart die zwei Betreiber des Clubs wegen Menschenhandels – den einen zu acht Jahren und sechs Monaten, den anderen zu fünf Jahren und drei Monaten. Die «Welt» berichtete, dass der Richter ihnen in seinem Urteil schweren Menschenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung, zum Teil mit Zuhälterei sowie Vorenthaltung und Veruntreuung von Arbeitsentgelt in Millionenhöhe vorwarf. 20 Rumäninnen berichteten, dass sie pro Tag bis zu 60 Freier bedienen mussten. [(red.) Aus Thurgau lokal 23. Mai 2013] Wieso sind solche Urteile bei uns in der Schweiz nicht möglich?

 

Elisabeth Camenzind, St. Gallen                                                 02. Juni 2013

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PolyThea-Bausteine

 

Um den PolyThea-Tempel zu erbauen - im übertragenen wie auch im konkreten Sinne, bedarf es zahlreicher Bausteine; Bausteine, die Ihr bei uns erwerben könnt, damit unser gemeinsamer Tempel wachsen, gedeihen und bestehen kann.

 

1 Baustein kostet 50 Eur (Staffelung s. u.!)


Für jeden Stein, den Ihr erwerbt, erhaltet Ihr als Gegengabe einen Schmuck-, Edel- oder Halbedelstein, dessen Wert mit der Zahl der erworbenen Bausteine wächst. Ab 20 PolyThea-Bausteinen erwartet Euch sogar eine „Göttin“!


Dazu gibt es selbstverständlich ein Zertifikat, mit dem der Erwerb der kostbaren Bausteine bestätigt wird. Schritt für Schritt könnt Ihr so zuhause Euren eigenen kleinen und individuellen PolyThea-Tempel errichten, oder Euch ganz einfach an den schönen Steinen und Göttinnenfiguren erfreuen, die Ihr auf Dauer sammeln werdet.


Gegengaben zum Erwerb der Polythea-Bausteine:

• 1 – 4 Bausteine: ein Schmuck- oder getrommelter (Halb-)Edelstein

• ab  5 Bausteinen gibt es einen schönen Heilstein gratis

• ab 10 Bausteinen verschenken wir einen Heilstein, der zu Eurem Horoskop passt    (falls Ihr uns euer Sternzeichen verratet)

• ab 15 Bausteinen schenken wir euch einen Kristall oder vergleichbar wertvollen Edelstein

• ab 20 Bausteinen wartet eine Göttin auf Euch!

• Ab 30 Bausteinen überreicht Euch diese Göttin zusätzlich noch einen Heilstein


Auf die Anzahl der Steine müsst Ihr Euch nicht von vorneherein festlegen. Obwohl uns das natürlich lieber und es im Sinne der Unterstützung von PolyThea auch zweckdienlicher wäre. Doch man kann die Bausteine auch nach und nach, übers Jahr verteilt erwerben. Jeweils am Ende eines jeden Jahres wird zusammengezählt und von uns das entsprechende Gegengeschenk ausgewählt. Passenderweise also immer zur Zeit der Wintersonnenwende (Jul) und der Rauhnächte. Die Zeit in der traditionellerweise Frau Gode oder Holle durch den Winterwald fuhr. Und „wo sie fährt, da wird beschert“, hieß es dereinst! Am 6. Januar, dem traditionellen hochheiligen Festtag der Göttin Holle, feiern wir dann alle zusammen ein Hollefest. Wer daran teilnimmt, erhält ihr/sein Geschenk direkt auf dem Fest überreicht, den anderen werden wir es zuschicken. Letzteres gilt auch für Unterstützer/innen, die gleich ein ganzes Paket von 5, 10, 15 oder mehr Bausteinen erwerben. Sie erhalten ihr Geschenk normalerweise gleich!


Wir können uns auch etwas Ausgefallenes einfallen lassen. Kein Geschenk wird wie das andere sein. Laßt Euch überraschen – und begeistern, denn geteilte Freude ist doppelte Freude!


Spendenkonto: PolyThea e.V., Kreissparkasse Tübingen, BLZ 641 500 20, Kto. 19 12 159.


Auskunft

Vera Zingsem, Viktor-Renner-Strasse 58, 72074 Tübingen

Telephon ++49 7071 83981; FAX ++49 7071 567060 oder
verazingsem (at) gmx.de

PolyThea e.V.Akademie für weibliche Spiritualitätund postpatriarchale Visionen

13. Februar 2011

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Guter Rat ist nicht teuer

 

Brauchen Sie Hilfe, Beratung, einen guten Tipp oder einen Rat?

– Laufbahnberatung und Coaching

– Budgetberatung

– Rechtsberatung

– und vieles mehr bietet Ihnen www.frauenzentrale-zh.ch

24. April 2010

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