Resolution
An der Tagung für feministische Psychotherapie in der Kartause Ittingen am 11./12. Mai 1991 wurde von den Teilnehmerinnen folgende Resolution angenommen:
Wir verlangen die Erschaffung von Gedenkstätten und Mahnmalen für Frauen und Männer, die als Hexen stigmatisiert, verfolgt, gefoltert, auf Scheiterhaufen verbrannt, und hingerichtet wurden. Begründung: Wir haben in unserem Kulturkreis Mahnmale für die Gefallenen der Kriege, für die Opfer des Faschismus, für die Nazi - Opfer in den Konzentrationslagern, für die WiderstandskämpferInnen. Mahnmale sollen uns daran erinnern, dass wir Verantwortung Übernehmen müssen für die Verbrechen in der Vergangenheit, und dass Gedächtnislücken für unser Geschichtsbewusstsein gefüllt werden müssen. Wir fordern die verantwortlichen Behörden auf, für die Erforschung der lokalen Geschichte bezüglich Hexenverbrennungen Gelder zur Verfügung zu stellen und adäquate Mahnmale, bzw. Gedenkstätten für diese Greueltaten zu erstellen. Wir rufen Journalistinnen, Politikerinnen, Historikerinnen, Künstlerinnen, Frauen und Männer auf, sich konkret und alsbald in ihrer Gemeinde dafür einzusetzen, dass solche Mahnmale im Sinne von Geschichtserhaltung und Geschichtsbearbeitung erschaffen und an geeigneten Öffentlichen Plätzen angebracht werden.